02.07.2012 - Stadt Immenstadt
Das Allgäuer Bergbauernmuseum im Immenstädter Ortsteil Diepolz feiert seinen zehnten Geburtstag – und zwar mit einem bunten Festwochenende vom 13. bis 15. Juli. Den Festauftakt bildet eine Museumsnacht mit Alphörnern, Mundart und einem Theaterstück. Am Samstag präsentiert sich das Freiluft-Museum im Oberallgäu dann auf jene Art, wie es seine Besucher seit einem Jahrzehnt lieben: lebendig und spannend mit informativen Führungen und abwechslungsreichen Mitmachaktionen. Am Sonntag wird schließlich ganz Diepolz die zehnjährige Erfolgsgeschichte feiern mit Gottesdienst, Festakt und Frühschoppen.
Dass das Bergbauernmuseum bei Einheimischen wie Gästen gleichermaßen beliebt ist, liegt wohl vor allem daran, dass es ganz bewusst auf Authentizität statt auf große Effekte setzt. „Das Leben da draußen ist spannend und aufregend zugleich“ lautet das Motto des Museumsteams. Und so lernen Klein und Groß hier eben nicht an Computerterminals, sondern erleben Tiere hautnah, können auf dem Erlebnis-Spielplatz toben, an der Klangstation Orgelpfeifen selbst zum Klingen bringen oder im Spielwäldchen klettern. Die traumhafte Kulisse aus Wiese, Wald und Bergen tut dabei ihr übriges. Zum echten Renner konnten sich vor allem auch die Kinder-Aktionstage und Werkstätten entwickeln: Hier dürfen die jungen Besucher selbst Hand anlegen, basteln, handwerkeln und tüfteln. Dabei erfahren sie spielerisch, wie es sich früher lebte und wie Allgäuer Bergbauern und Sennereien bis heute arbeiten. Im Juli drehen sich die Werkstätten jeweils am Donnerstag übrigens rund ums Thema Kräuter: Am 5. Juli können Kinder ab sieben Jahren sprudelnde Badeperlen aus Lavendel herstellen und am 12. Juli Salbei-Bonbons selbst machen. Am 19. Juli geht es dann um das „Wiesen-Aftereight“, sprich die Pfefferminze, und am 26. Juli basteln die kleinen Besucher Duftkissen aus Kräutern der Region.
Wer noch intensiver in die Sinneswelt der Kräuter eintauchen möchte, kann dies übrigens ebenfalls im Bergbauernmuseum, und zwar in einer Sonderausstellung noch bis Anfang November: „Wildwuchs“ ist sie betitelt und befasst sich mit Allgäuer Kräutern im Wandel der Zeit. Gefördert wird sie durchs Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums. Ebenso wie die Sonderausstellung hält auch die ständige Ausstellung im Freiluftmuseum für Erwachsene viel Überraschendes parat: Da geht es etwa um das Leben und Wirtschaften in Steillagen oder um eisige Bergwinter. Auch scheut das Museumsteam nicht vor kritischen Tönen zurück, wenn es um Auswüchse der Landwirtschaft wie etwa hornlose Kühe geht… „Mal witzig, mal kritisch, ohne Heidi-Romantik und Holladrio unterm Trachtenhut“ hat sich das Museumsteam auf die Fahnen geschrieben. Dass das Konzept funktioniert, beweisen zehn Jahre Museumsgeschichte.
Infobox: Das Festwochenende im Überblick
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BU: Seit zehn Jahren vor allem auch bei Kindern beliebt: Das Allgäuer Bergbauernmuseum in Diepolz.
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