Außerirdische erkunden den Naturpark Nagelfluhkette

02.07.2012 - Stadt Immenstadt

Ein Raumschiff landet mitten im Naturpark Nagelfluhkette. Die Mission der Besucher vom anderen Stern: Die Suche nach fremdem Leben. Was nach einem Science-Fiction-Märchen klingt, ist tatsächlich eine pädagogisch wertvolle Erlebnisausstellung zur Umweltbildung für Klein und Groß im neuen Alpseehaus im Immenstädter Ortseil Bühl am Alpsee.

„Expedition Nagelfluh“: Aus dem Blickwinkel eines Außerirdischen erkunden Besucher in einer neuen Erlebnisausstellung im Alpseehaus den Naturpark.zoom

Im Juni ist die neue Attraktion in den Testbetrieb gestartet. Bis zu den bayerischen Sommerferien zahlen Besucher noch keinen Eintritt, werden aber um Resonanz gebeten. Die Ausstellung soll in dieser Zeit optimiert und Gästewünschen angepasst werden, im angloamerikanischen Raum gang und gäbe – in Deutschland bisher eher selten. Die Idee hinter dem innovativen Ausstellungskonzept: Außerirdische durchfliegen das Universum – vorbei an Sternen, Galaxien und Planeten. Als sie auf die Erde zusteuern, werden sie auf den Naturpark Nagelfluhkette aufmerksam und damit auf eine Erdenregion, die vor Leben nur so strotzt.

Die Besucher schlüpfen selbst in die Rolle der Gäste vom anderen Stern – und blicken unvoreingenommen auf den Naturpark, der sich mit einer Fläche von knapp 41.000 Hektar über das südliche Oberallgäu in Deutschland und den Bregenzer Wald in Österreich erstreckt. Der Anflug gestaltet sich spektakulär: Im Filmsaal zu dramatischer Musik mit vibrierenden Sitzbänken landen Gäste auf Planeten ohne Leben, ehe sich der Scanner auf den Naturpark richtet. Die „Expedition Nagelfluh“ beginnt. Die „außerirdischen“ Ausstellungsbesucher erkunden den Naturpark im Forschungslabor, als hätten sie nie zuvor von Alpwirtschaft, Schnee oder Birkhühnern gehört. Sie können entdecken und erforschen, alle Sinne spielen lassen und so manchen Aha-Effekt bestaunen.
Die kleinsten Besucher erwarten Elemente zum Tasten , Riechen und Anschauen. Erwachsene können an Bildschirmen mit Text und reinen Fakten gleichzeitig intensiv in die Naturpark-Materie einsteigen. Ältere Kinder und Jugendliche tauchen an Touchscreens mit spannenden Erlebniselementen aktiv in die Materie ein. Da werden Lebewesen mit der digitalen Tastlupe aufgespürt und Moorlandschaften per Schiebescanner erlebt. Originell gestaltet sich die Methode, Kinder an Texte heranzuführen: Diese müssen per Decoderscheibe erst einmal entschlüsselt werden. Die Außerirdischensprache haben Schüler der dritten Klasse aus Immenstadt-Stein eigens für die Ausstellung kreiert, auch wurden die Kinder laut Naturpark-Geschäftsführer Rolf Eberhardt im Vorfeld in die Themenfindung einbezogen.
Inhaltlich befasst sich die Erlebnisausstellung „Expedition Nagelfluh“ mit Naturparklandschaften wie Wiese, Wald, Gewässern und Mooren oder auch mit dem namengebenden Gestein Nagelfluh. Die kleinen und großen Gäste vom anderen Stern erfahren Wissenswertes zu den Gebieten Alp, Kultur, Schnee oder biologische Vielfalt. Auch der Umwelterziehungsgedanke spielt ins Konzept rein – etwa wenn die Besucher im Sphärenlabor analysieren können, inwieweit sie sich im Alltag selbst energieeffizient verhalten. Zum Schluss führt der Weg schließlich zur Synthesestation, die interaktiv veranschaulicht, wie Kultur und Natur, Forst- und Alpwirtschaft, Tourismus und Wirtschaft zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen.
Die „Expedition Nagelfluh“ ist eine Ausstellung, die Spaß macht und beste Voraussetzungen liefert, um in den folgenden Urlaubstagen von Immenstadt aus zu Erkundungen in die Natur zu starten. Über die besonderen „Perlen des Naturparks Nagelfluhkette“ informieren deshalb Stelen, die der Besucher beim Weg in Richtung Ausstellungsausgang passiert.

Infobox: Über den Naturpark Nagelfluhkette

Der Naturpark Nagelfluhkette in den Allgäuer Alpen ist der erste grenzüberschreitende Naturpark zwischen Deutschland und Österreich. Er erstreckt sich zwischen dem deutschen Oberallgäu und dem österreichischen Bregenzer Wald auf einer Fläche von zusammen etwa 41.000 Hektar. Das Gebiet weist auf engstem Raum einen Höhenunterschied von 1.400 Metern auf, unter anderem deshalb ist die Landschaft nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern auch extrem artenreich. Markant ist zudem die enge Verbindung von Natur und Alpgenuss: Ca. 500 Alpbetriebe mit 264.000 Tieren sorgen für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets.

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BU: „Expedition Nagelfluh“: Aus dem Blickwinkel eines Außerirdischen erkunden Besucher in einer neuen Erlebnisausstellung im Alpseehaus den Naturpark.

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